Adarsh Kyadige, Senior Data Scientist im KI-Team von Sophos, nennt erste Schritte und Unwägbarkeiten beim Erstellen von Machine-Learning-Modellen.

Vor dem erfolgreichen Machine Learning kommt die Datenjagd

Künstliche Intelligenz bzw. Machine Learning hat in den letzten zehn Jahren einen enormen Aufschwung erlebt. Viele Branchen investieren jetzt massiv in Lösungen, die auf maschinellem Lernen basieren. Auch die Nachfrage nach qualifizierten Spezialisten ist sprunghaft gestiegen. Mehrere Universitäten weltweit bieten Abschlüsse mit dem Schwerpunkt Data Science oder Künstlicher Intelligenz an. Und auch an deutschen Hochschulen gewinnen diese Inhalte deutlich an Bedeutung.

Während sich Universitäten dabei vor allem auf die mathematischen und theoretischen Konzepte konzentrieren, können die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse für das Training von Machine-Learning-Modellen bei Problemstellungen in der realen Welt ganz anders aussehen.

Verfügbarkeit der notwendigen Daten

Meistens entscheidet die Verfügbarkeit von Daten darüber, ob maschinelles Lernen zur Lösung eines bestimmten Problems eingesetzt werden kann. Vor dem Start eines neuen Projekts steht daher die Frage: Wird ein auf diesen Daten trainiertes Modell die meiste Zeit die richtigen Antworten liefern?

Diese Frage gilt unabhängig von dem Modell, der Bibliothek oder der Sprache, die für das ML-Experiment gewählt ist. Und es gibt weitere entscheidende Kriterien. Ein Modell ist immer nur so gut, wie die Daten, die ihm zugeführt werden. Wichtig ist daher zu klären:

Zusammenstellen der Daten

Die notwendigen Daten für die Erstellung eines Datensatzes für eine ML-Lösung befinden sich häufig verteilt auf mehrere Quellen. Verschiedene Teile einer Stichprobe werden über verschiedene Produkte gesammelt und von diversen Teams auf unterschiedlichen Plattformen verwaltet. Daher besteht der nächste Schritt im Prozess oft darin, all diese Daten in einem einzigen Format zusammenzufassen und so zu speichern, dass sie leicht zugänglich sind.

Weitere Herausforderungen und ein Fluch

Wenn die Daten gesammelt und aggregiert sind, würde man meinen, dass es nun losgehen könnte mit dem fabelhaften neuen ML-Algorithmus. Doch noch sind weitere Schritte notwendig, denn es werden unweigerlich noch einige Herausforderungen zu bewältigen sein:

Stetige Aktualisierung

Der Datendrift schließlich ist ein wichtiges Problem, das beim Entwurf eines ML-Systems angegangen werden muss. Sobald ein Modell trainiert ist, wird es im Laufe der Zeit immer ungenauer. Denn die Verteilung der neu eingehenden Daten ändert sich. Daher sollte eine regelmäßige Aktualisierung des Modells festgelegt werden, um sicherzustellen, dass die Leistung weiterhin innerhalb der erwarteten Grenzen liegt.

Im Sicherheitsbereich sehen wir zum Beispiel eine große Volatilität. Denn Bedrohungsakteure ändern ihre Exploits und ihr Verhalten im Laufe der Zeit und Schwachstellen werden entdeckt und behoben.

Dies war eine kurze Zusammenfassung der typischen Schritte, die unternommen werden müssen, um Daten für eine ML-Lösung auszuwählen, zu sammeln und zu bereinigen. Sind diese alle erfolgt, steht vermutlich ein sauberer Datensatz zur Verfügung.

Das Experiment kann beginnen.